Helmstedt

Helmstedt, Gröpern
Helmstedt, Gröpern

Helmstedt im Herzogtum Braunschweig, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Helmstedt 14.259 Einwohner – 1900 (Städte im Kaiserreich)

Helmstedt, Alte Universität
Helmstedt, Alte Universität

Helmstedt im Herzogtum Braunschweig

Helmstedt ist eine Kreisstadt im Herzogtum Braunschweig.

Braunschweig Lippe Waldeck 1900 (Meyers Konversations-Lexikon 6. Auflage)
Braunschweig Lippe Waldeck 1900 (Meyers Konversations-Lexikon 6. Auflage)

Helmstedt liegt am Elmwald, 129 Meter über dem Meer und ist Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Eilsleben-Braunschweig, Helmstedt-Schöningen und Helmstedt-Öbisfelde. Die Stadt Helmstedt hat 3 evangelische Kirchen (die schöne Stephanskirche aus dem 12. Jahrhundert, die St. Walpurgiskirche und die Marienberger Kirche), die St. Georgskapelle von 1322, eine katholische Kirche, das im Renaissancestil ausgeführte Gebäude (sogenannte Juleum) der ehemaligen Universität, ein Denkmal für die bei Waterloo Gefallenen, Gymnasium, Landwirtschaftsschule mit Realabteilung,

Helmstedt, Am Markt
Helmstedt, Am Markt

Amtsgericht, Oberforst- und Forstamt, Reichsbanknebenstelle, Spinnerei, Zuckerraffinerie, Möbel-, Seifen- und Tabakfabrikation, Dampfziegeleien, Braunkohlenbergwerke und Brikettfabrikation, Kalibergbau etc. Im Jahr 1900 leben in Helmstedt 14.259 meist evangelische Einwohner. Vor der Stadt Helmstedt befinden sich das lutherische Jungfrauenstift Marienberg (ehemals ein Augustiner-Nonnenkloster) mit der oben genannten Kirche,

Helmstedt, St. Stefanikirche
Helmstedt, St. Stefanikirche

die Domäne St. Ludgeri, ein ehemaliges Kloster mit der katholischen Kirche und zwei alten Kapellen (der St. Johanneskapelle mit Krypta aus dem 9. Jahrhundert und der St. Felicitaskapelle). 4 km von der Stadt, im Brunnental, liegt Bad Helmstedt, mit einer salinischen Eisenquelle, die lebhaft besucht wird. Auf dem Corneliusberg befinden sich die sogenannten Lübbensteine, zwei hohe Granitblöcke, die zur Heidenzeit als Opferstätte Wodans gedient haben sollen.

Helmstedt, Südstraße
Helmstedt, Südstraße

Helmstedt entstand der Sage nach um 798 durch den heiligen Ludger, der hier an der Ludgeriquelle (wo seit 1844 ein eisernes Kreuz steht) getauft und eine Kapelle erbaut haben soll, aus der das obenerwähnte Ludgerikloster erwuchs. In Wirklichkeit wurde der Ort erst 100 Jahre später von Werden a. d. Ruhr aus gegründet und erhielt 1099 Stadtrechte. Durch Kauf kam Helmstedt 1489 von Werden an Braunschweig, jedoch mit Ausnahme des (stets katholisch gebliebenen) Ludgeriklosters, das 1803 säkularisiert wurde.

Helmstedt, Kloster Marienberg
Helmstedt, Kloster Marienberg

Die 1576 vom Herzog Julius aus dem von Gandersheim hierher verlegten Pädagogium gebildete Universität war im 17. Jahrhundert unter den protestantischen Hochschulen eine der bedeutendsten; stets herrschte hier ein Geist der Versöhnlichkeit. Von 1807-13 war Helmstedt, das 1809 durch den König Jérôme Napoleon (der jüngere Bruder Napoleons I.) seine Universität verlor, die Hauptstadt eines Distrikts im westfälischen Okerdepartement.

Helmstedt, Gröpern
Helmstedt, Gröpern

Bildergalerie

Quellenhinweise:

  • Prof. A. L. Hickmann’s Geographisch-statistischer Taschen-Atlas des Deutsches Reichs, Leipzig und Wien 1897
  • „F. W. Putzgers Historischer Schul-Atlas“, Verlag von Velhagen & Klasing, 1902
  • „Harms Vaterländische Erdkunde“, 1906
  • „Post-Taschen-Atlas von Deutschland nebst Ortsverzeichnis“, Th. Pfuhl, Berlin, 1906
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Petzolds Gemeinde- und Ortslexikon des Deutschen Reiches“, Band 1 und 2, Bischofswerda (Sachsen), 1911

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