Jever, Schloss, Haus der Getreuen, Bismarck-Denkmal

Jever

Jever im Großherzogtum Oldenburg, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Jever 5486 Einwohner – 1900 (Städte im Kaiserreich)

Jever, Markt
Jever, Markt

Jever im Großherzogtum Oldenburg

Jever ist eine Stadt im Großherzogtum Oldenburg, Hauptort der gleichnamigen Herrschaft.

Jeverliegt westlich vom Jadebusen und ist mit der Nordsee durch einen Kanal verbunden. Jever ist Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Sande-Wittmund und Jever-Harle.

Jever, Schloss, Haus der Getreuen, Bismarck-Denkmal
Jever, Schloss, Haus der Getreuen, Bismarck-Denkmal

Jever hat eine evangelische und eine katholische Kirche, Baptistenkapelle, Synagoge, ein merkwürdiges altes Schloss mit hohem Turm, ein altes Rathaus, Denkmäler Bismarcks, Mitscherlichs und des hier geborenen Geschichtsschreibers Schlosser, ein großes Krankenhaus (Sophienstift), Gymnasium mit Realklassen, Amtsgericht, Gerberei, Spinnerei, Färberei, bedeutende Bierbrauerei, Mahl- und Sägemühlen, Pferde-, Vieh- und Getreidehandel. Im Jahr 1900 leben in Jever 5486 meist evangelische Einwohner.

Jever vom Schlossturm gesehen
Jever vom Schlossturm gesehen

Das Dorf Hooksiel bildet den Seehafen der Stadt. Die alte Burg Jever ist vom Häuptling Edo Wiemken († 1410) erbaut worden. Das stark bevölkerte Jeverland (Stadt und Amt Jever ohne Kniphausen), etwa 330 km² (6 Quadratmeilen) groß, fiel nach dem Aussterben der „Häuptlinge“ von Jever 1575 an Oldenburg, 1603 durch Heirat an Anhalt-Zerbst und 1793 als Kunkellehen an Katharina II. von Russland, eine geborene Prinzessin von Anhalt-Zerbst .

Jever, Marien-Denkmal
Jever, Marien-Denkmal

Zar Alexander I. trat Jever 1807 an Holland ab; 1814 wurde es Oldenburg zugeschlagen. Die festgebauten Kirchen der auf Wurthen liegenden Dörfer waren früher die einzigen und sehr notwendigen Verteidigungs- und Zufluchtsorte; noch im 16. Jahrhundert wurden einzelne Kirchen befestigt und die Kirchhöfe mit Geschützen armiert.

Quellenhinweise:

  • Prof. A. L. Hickmann’s Geographisch-statistischer Taschen-Atlas des Deutsches Reichs, Leipzig und Wien 1897
  • „F. W. Putzgers Historischer Schul-Atlas“, Verlag von Velhagen & Klasing, 1902
  • „Harms Vaterländische Erdkunde“, 1906
  • „Post-Taschen-Atlas von Deutschland nebst Ortsverzeichnis“, Th. Pfuhl, Berlin, 1906
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Petzolds Gemeinde- und Ortslexikon des Deutschen Reiches“, Band 1 und 2, Bischofswerda (Sachsen), 1911

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Eutin

 

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