S.M.S. Odin (1895)

S.M.S. Odin
S.M.S. Odin

S.M.S. Odin (1895), Küstenpanzerschiff der Kaiserlichen Marine, technische Angaben und Geschichte in alten Postkarten.

S.M.S. Odin, Küstenpanzerschiff
S.M.S. Odin, Küstenpanzerschiff

S.M.S. Odin (1895) – Angaben

Name:Seiner Majestät Schiff Odin
Namensherkunft:Odin, Göttervater in der nordischen Mythologie.
Stapellauf:03.04.1895 in Kiel
Schiffsklasse:Siegfried-Klasse
Schwesterschiffe:S.M.S. Siegfried, S.M.S. Hildebrand, S.M.S. Beowulf, S.M.S. Hagen, S.M.S. Frithjof, S.M.S. Heimdall,  (S.M.S. Ägir, S.M.S. Odin)
Besatzung:ca. 300 Mann
Maße:Länge vor Umbau 79 m, nach Umbau 84,8 m - Breite 14,9 m - Tiefgang: 5,3 m
Wasserverdrängung:4150 Tonnen
Maschinenleistung:5000 PS
Maximale Geschwindigkeit:15,5 kn
Bewaffnung:3 Kanonen Kaliber 24 cm, 10 Schnellfeuerkanonen Kaliber 8,8 cm und Torpedos
Ende:1935 abgewrackt

S.M.S. Odin (1895) – Geschichte

Mit Caprivi kam 1883 ein General an die Spitze der Admiralität, der die Marine noch mehr auf die Küstenverteidigung konzentrierte, da er mit einem baldigen Zweifrontenkrieg gegen Frankreich und Russland rechnete. Zu diesem Zwecke wurde die Torpedowaffe weiter ausgebaut. Ihre rasche Entwicklung und die gleichzeitige Verbesserung der Minen schien den Kampfwert großer Schiffe in Frage zu stellen, so dass sich bei allen Seemächten eine Unsicherheit über die zukünftige Seekriegstaktik verbreitete.

Küstenpanzer: S.M.S. Ägir, S.M.S. Odin, S.M.S. Hagen, S.M.S. Heimdall
Küstenpanzer: S.M.S. Aegir, S.M.S. Odin, S.M.S. Hagen, S.M.S. Heimdall

Zu Caprivis strategischer Konzeption gehörte deshalb die Planung der 8 Küstenpanzerschiffe der Siegfried-Klasse, deren Architektur unverkennbar französischen Einfluss aufwies. Einige davon bekamen eine bis 24 cm dicke, gehärtete Nickelstahlpanzerung. Aufgrund ihrer geringen Größe konnten die Schiffe nur einen kleinen Vorrat an Kohle bunkern, was ihren Aktionsradius erheblich einschränkte. Um diesen Mangel zu beheben, baute man unter Tirpitz (um 1900) ein mehrere Meter langes Teilstück in das Schiff ein und verlängerte es somit auf 84,8 m. Einige Zeitgenossen nannte die Küstenpanzerschiffe der ausladenden Form wegen spöttisch „Meerschweinchen“.

S.M.S. Odin
S.M.S. Odin

S.M.S. Odin versah bis 1909 seinen Wachdienst in Nord- und Ostsee. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges (1914 – 1918) wurde das Schiff reaktiviert und gehörte mit den anderen Küstenpanzerschiffen zum VI. Geschwader (Konteradmiral Eckermann). Von 1917 bis zur Ausmusterung 1919 wurde das Schiff hauptsächlich als Beischiff und Wohnhulk in Wilhelmshaven verwendet. 1922 erfolgte der Umbau zum Motorschiff, 1935 wurde es abgewrackt.

 

Quellenhinweise:

  • „Das Buch von der Deutschen Flotte“, von R. Werner, Verlag von Velhagen und Klasing – Bielefeld und Leipzig 1880
  • „Deutschlands Seemacht“ von Georg Wislicenus – Verlag Friedrich Wilhelm Grunow, Leipzig 1896
  • „Die Heere und Flotten der Gegenwart – Deutschland“ 1898
  • „Bilder aus der deutschen Seekriegsgeschichte“ von Vizeadmiral a.D. Reinhold Werner – München 1899
  • „Nauticus – Jahrbuch für Deutschlands Seeinteressen“ 1899-19
  • „Überall“ Illustrierte Zeitschrift für Armee und Marine, Jahrgänge
  • „Das Buch von der Deutschen Flotte“, von R. Werner, Verlag von Velhagen und Klasing – Bielefeld und Leipzig 1902
  • „Deutschland zur See“ von Victor Laverrenz, Berlin 1900
  • „Marine-Album“ Berlin 1910
  • „Deutschland zur See“ Illustrierte Wochenschrift, Zeitschrift des Vereins „Marinedank“, Berlin, Jahrgänge
  • „Der Völkerkrieg – Eine Chronik der Ereignisse seit dem 1.Juli 1914“ Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgart 1914-1922
  • „Taschenbuch der Kriegsflotten“, J.F. Lehmann’s Verlag, München Jahrgänge von 1900 bis 1936
  • „Kennung der deutschen Kriegsschiffe und Torpedoboote“ – Admiralstab der Marine 1917
  • „Das Reichsarchiv“ Band 1 – 36, Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i.O. 1924
  • „Unsere Marine im Weltkrieg 1914-1918“ Vaterländischer Verlag Berlin 1927
  • „Deutsche Seefahrt“ – von Trotha und König, Otto Franke/ Verlagsgesellschaft Berlin – Birkenwerder 1928
  • „Marinearchiv“ Band I und II Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i.O. 1931
  • „Unsere Marine – Schiffsbilder“, Bilder der Reichsmarinesammlung im Museum für Meereskunde zu Berlin (1930)
  • „So war die alte Kriegsmarine“ von Eberhard von Mantey – Berlin 1935
  • „Die deutschen Kriegsschiffe“, Groener 1966
  • „Die Deutschen Kriegsschiffe“, Hildebrand/Röhr/Steinmetz

 

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