Siegen, Oberes Schloss

Siegen

Siegen in Westfalen im Königreich Preußen, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Siegen 25.199 Einwohner – 1905 = 162. Platz der größten Städte des Deutschen Reichs.

Siegen, Post-Straße mit Kaiserlichem Postamt
Siegen, Post-Straße mit Kaiserlichem Postamt

Siegen in Westfalen im Königreich Preußen

Siegen ist Kreisstadt im Königreich Preußen, Provinz Westfalen, Regierungsbezirk Arnsberg, liegt an der Sieg und 234 Meter über dem Meer.

Die Stadt Siegen ist Knotenpunkt der Staatsbahnlinie Hagen-Betzdorf und der Eisenbahn Siegen-Eisern. Siegen hat 2 evangelische und 2 katholische Kirchen, Synagoge, Denkmäler des Kaisers Wilhelm I., Bismarcks und des hier geborenen Pädagogen Diesterweg, ein Realgymnasium, eine Bergschule, eine Wiesenbauschule, eine Fachschule für Kleineisenindustrie, ein Amtsgericht, 3 Bergreviere, eine Handelskammer, eine Nebenstelle der Reichsbank (Umsatz 1906: 620,6 Millionen Mark),

Siegen, Marktplatz
Siegen, Marktplatz

wichtige Sohllederfabrikation, Puddel-, Walz- und Hammerwerke, Hochöfen, Eisengießerei und -Dreherei, Brückenbauanstalten, Maschinen-, Kessel-, Nieten-, Ofenrohr- und Papierfabrikation, Leim- und Seifensiederei, Gelbgießerei, Verzinkerei, eine Eisenbahnhauptwerkstätte, Bierbrauerei, Ziegelbrennerei. Im Jahr 1905 leben hier 25.199 Einwohner, der Großteil sind Evangelische, 6332 sind Katholiken und 112 Juden.

Siegen, Kölnerstraße und Zugbrücke
Siegen, Kölnerstraße und Zugbrücke

Siegen ist der Geburtsort des Malers Rubens. Eine Gedenktafel erinnert seit 1877 am Rathaus daran. Im Kreis Siegen ist die Montan- und Hüttenindustrie von großer Bedeutung. 1905 waren dort 64 Bergwerke im Betrieb; gefördert wurden 934.283 Tonnen Eisenerz, 6674 Tonnen Blei-, 2654 Tonnen Kupfer-, 9206 Tonnen Zinkerz etc. im Gesamtwerte von 11,7 Millionen Mark. Von den 12 im Betrieb befindlichen Hochöfen wurden 383.040 Tonnen Roheisen im Wert von 22,8 Millionen Mark produziert; die 21 Puddel-, Walz- und Hammerwerke produzierten 370.078 Tonnen, darunter 117.000 Tonnen Eisenblech, im Wert von 14,5 Millionen Mark.

Siegen, Nicolai-Kirche
Siegen, Nicolai-Kirche

Siegen, alter Besitz der Grafen von Nassau, kam 1224 durch Schenkung zur Hälfte an das Erzstift Köln, was einen 200 jährigen Streit veranlasste, gehörte dann der Linie Nassau-Oranien und gab einer Nebenlinie (1606–1743) den Namen. Bis 1806 den Erbstatthaltern der Niederlande gehörig, kam Siegen damals an das Großherzogtum Berg und 1815 zum Königreich Preußen.

Siegen, Blick auf Siegen
Siegen, Blick auf Siegen

Quellenhinweise:

  • Prof. A. L. Hickmann’s Geographisch-statistischer Taschen-Atlas des Deutsches Reichs, Leipzig und Wien 1897
  • „F. W. Putzgers Historischer Schul-Atlas“, Verlag von Velhagen & Klasing, 1902
  • „Harms Vaterländische Erdkunde“, 1906
  • „Post-Taschen-Atlas von Deutschland nebst Ortsverzeichnis“, Th. Pfuhl, Berlin, 1906
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Petzolds Gemeinde- und Ortslexikon des Deutschen Reiches“, Band 1 und 2, Bischofswerda (Sachsen), 1911

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