S.M.S. Victoria (1864)

S.M.S. Nymphe und S.M.S. Augusta
S.M.S. Nymphe und S.M.S. Augusta

S.M.S. Victoria (1864), Korvette der preußischen und Kaiserlichen Marine, technische Angaben und Geschichte in alten Postkarten.

S.M.S. Augusta
S.M.S. Augusta (baugleich mit S.M.S. Victoria)

S.M.S. Victoria (1864) – Angaben

Name:Victoria
Namensherkunft:Victoria, Prinzessin von Großbritannien und Irland (1840 – 1901), Gemahlin von Kaiser Friedrich III., Mutter von Kaiser Wilhelm II.
Stapellauf:1864 in Bordeaux (Armand) Frankreich , 1865 vom Königreich Preußen gekauft.
Schiffsklasse:Augusta-Klasse
SchwesterschiffS.M.S. Augusta (1864), S.M.S. Victoria (1864)
Besatzung:ca. 230 Mann
Maße:Länge 81,50 m, Breite 11 m, Tiefgang 5,50 m
Wasserverdrängung:1825 Tonnen
Maximale Geschwindigkeit:13,5 kn
Bewaffnung:10 Kanonen
Ende:Am 14.04.1891 aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen, 1892 verkauft und in Hamburg abgewrackt.

S.M.S. Victoria (1864) – Geschichte

Victoria von Großbritannien und Irland

Victoria von Großbritannien und Irland
* 21.11.1840 in London,
† 05.08.1901 in Kronberg (Taunus);
1888 für 99 Tage Deutsche Kaiserin („Kaiserin Friedrich“) und Königin von Preußen

1868/89 führte die erste große Reise der Korvette nach Mittel- und Südamerika. Während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 wurde das Kriegsschiff zur Sicherung der deutschen Küste herangezogen. Ende 1875 steuerte S.M.S. Victoria während der zweiten großen Reise zunächst in die Karibik und wiederum nach Mittel- und Südamerika. Nach Ausbruch des russisch-osmanischen Krieges 1877 schütze das Schiff deutsche Besitztümer in Palästina.

Dulcigno von der Nordseite
Dulcigno von der Nordseite

Mit dem Berliner Kongress von 1878 begann das Jahrzehnt der sogenannten Flottenkonzerte oder Flottendemonstrationen der europäischen Großmächte, die Großbritannien einen Krieg mit Russland ersparten, die im übrigen für das Deutsche Reich wenig Bedeutung hatten. Als 1880 die albanische Liga die Hafenstadt Dulcigno an Montenegro ausliefern wollte, sammelte sich in dem kleinen Hafen eine mächtige europäische Flotte, darunter auch die deutsche Glattdeckskorvette Victoria und drohte mit Beschuss. Die Albaner kümmerte dies jedoch nur wenig, da die Befestigungen für die Schiffsgeschütze viel zu hoch lagen und so mussten sie von türkischen Truppen zu Land überwältigt werden. Für die Witzblätter gab diese seltsame Niederlage der Seemächte gegen ein Häufchen Gebirgsbewohner dankbaren Stoff.

Kolonie des Großen Kurfürsten "Großfriedrichsburg"
Kolonie des Großen Kurfürsten „Großfriedrichsburg“

1881 führte ein deutsches Schiff zum ersten Mal seit zwei Jahrhunderten wieder Kämpfe auf afrikanischen Boden in der Nähe der alten kurbrandenburgischen Niederlassung Großfriedrichsburg. Dort war der deutsche Handelsdampfer Carlos gestrandet und von Einheimischen des Dorfes Nanakru ausgeraubt worden. Als Vergeltung wurde am 8. März 1881 das Dorf mit Schiffsgeschützen beschossen und ein Landungskorps der Korvette an Land gesetzt. Danach setzte das Schiff seiner Weitereise nach Südamerika fort und besuchte dort unter anderem deutsche Siedler.

Die letzten Jahre fungierte S.M.S. Victoria als Schul- und Fischereischutzschiff.

Quellenhinweise:

  • „Das Buch von der Deutschen Flotte“, von R. Werner, Verlag von Velhagen und Klasing – Bielefeld und Leipzig 1880
  • „Deutschlands Seemacht“ von Georg Wislicenus – Verlag Friedrich Wilhelm Grunow, Leipzig 1896
  • „Die Heere und Flotten der Gegenwart – Deutschland“ 1898
  • „Bilder aus der deutschen Seekriegsgeschichte“ von Vizeadmiral a.D. Reinhold Werner – München 1899
  • „Nauticus – Jahrbuch für Deutschlands Seeinteressen“ 1899-19
  • „Überall“ Illustrierte Zeitschrift für Armee und Marine, Jahrgänge
  • „Das Buch von der Deutschen Flotte“, von R. Werner, Verlag von Velhagen und Klasing – Bielefeld und Leipzig 1902
  • „Deutschland zur See“ von Victor Laverrenz, Berlin 1900
  • „Marine-Album“ Berlin 1910
  • „Deutschland zur See“ Illustrierte Wochenschrift, Zeitschrift des Vereins „Marinedank“, Berlin, Jahrgänge
  • „Der Völkerkrieg – Eine Chronik der Ereignisse seit dem 1.Juli 1914“ Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgart 1914-1922
  • „Taschenbuch der Kriegsflotten“, J.F. Lehmann’s Verlag, München Jahrgänge von 1900 bis 1936
  • „Kennung der deutschen Kriegsschiffe und Torpedoboote“ – Admiralstab der Marine 1917
  • „Das Reichsarchiv“ Band 1 – 36, Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i.O. 1924
  • „Unsere Marine im Weltkrieg 1914-1918“ Vaterländischer Verlag Berlin 1927
  • „Deutsche Seefahrt“ – von Trotha und König, Otto Franke/ Verlagsgesellschaft Berlin – Birkenwerder 1928
  • „Marinearchiv“ Band I und II Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i.O. 1931
  • „Unsere Marine – Schiffsbilder“, Bilder der Reichsmarinesammlung im Museum für Meereskunde zu Berlin (1930)
  • „So war die alte Kriegsmarine“ von Eberhard von Mantey – Berlin 1935
  • „Die deutschen Kriegsschiffe“, Groener 1966
  • „Die Deutschen Kriegsschiffe“, Hildebrand/Röhr/Steinmetz

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