Myslowitz am Dreikaisereck

Stadt im Königreich Preußen, Provinz Schlesien, Regierungsbezirk Oppeln, Landkreis Kattowitz

Am Dreikaisereck, in der Nähe der deutschen, oberschlesischen Ortschaft Myslowitz, grenzen das Deutsche Kaiserreich, das Kaisertum Österreich und das russische Zarenreich (Zar = Kaiser) aneinander.

Dreikaiserreichsecke bei Myslowitz
Dreikaiserreichsecke bei Myslowitz

Myslowitz

Myslowitz ist eine Stadt im Königreich Preußen, Provinz Schlesien, Regierungsbezirk Oppeln, Landkreis Kattowitz, liegt an der schiffbaren Przemsa, über die hier eine ca. 200 Meter lange Brücke nach dem polnischen Städtchen Modrzejow führt und 267 Meter über dem Meer. Sie ist Knotenpunkt der preußischen Staatsbahnlinie Kandrzin-Oswiecim, Trzebinia-Myslowitz der Kaiser Ferdinand-Nordbahn sowie der elektrischen Straßenbahn Kattowitz-Myslowitz.

Myslowitz hat eine evangelische und 3 katholische Kirchen, eine Synagoge, Schloss, Denkmäler der Kaiser Wilhelm I. und Kaiser Friedrich III., Gymnasium, Präparandenanstalt, Amtsgericht, Hauptzollamt, Berginspektion, Steinkohlenbergbau, ein Zinkwalz- und ein Dampfhobelwerk, Flachsgarnspinnerei, 2 Dampfziegeleien. Im Jahr 1905 leben hier 15.845 Einwohner, der Großteil sind Katholiken, 1538 sind Evangelische und 614 Juden. Myslowitz wurde erst 1857 zur Stadt erhoben.

Bismarckturm an der Dreikaiserreichsecke bei Myslowitz
Bismarckturm an der Dreikaiserreichsecke bei Myslowitz

Nach dem 1. Weltkrieg bestimmte 1919 der Versailler Vertrag eine Volksabstimmung in Oberschlesien. 1921 votierten 5827 Stimmberechtigte in Myslowitz (56,3%) für einen Verbleib bei Deutschland. Entgegen dieses Ergebnisses wurde die Stadt 1922 Polen zugesprochen. Der 1907 gebaute und 22 Meter hohe Bismarckturm wurde bereits 1919 von den Polen zerstört. Das Gebiet des ehemaligen Dreikaiserecks liegt heute vollständig auf polnischem Staatsgebiet.